Wettbewerb, Reflexion

Wettbewerb, Reflexion

01.11.2019 (Amadeus) -

Es heisst "Konkurrenz belebt das Geschäft". Wie alles im Leben hat aber auch der Wettbewerb seine Schattenseiten. Zum Beispiel den Reibungsverlust, der dadurch entsteht. So arbeiten zum Beispiel tausende von Menschen, rund um die Erde, an den gleichen Dingen. Oder noch extremer, werden hunderttausende von Tieren in identischen Versuchen, von konkurrierenden Firmen – unter den selben Vorwänden – gequält.

In mancherlei Umständen sorgt Wettbewerb gar für die Behinderung des Fortschritts, wenn beispielsweise Absprachen zwischen Anbietern stattfinden, um gewisse Technologien möglichst gewinnbringend zu exploitieren, bevor eine bessere, aber womöglich weniger lukrative Technologie lanciert werden kann.

Eine auf die Spitze getriebene Form der kompletten Blockade von Fortschritt kann durch das Patentieren von Ideen erfolgen, wenn eine Firma beispielsweise bewusst fortschrittlichere Technologien unterdrückt, um die eigenen, schlechteren Produkte oder Dienstleistungen weiterhin gewinnbringend veräussern zu können.

Wettbewerb sorgt sogar schon bei Kindern für Druck: «Ich bin grösser!», «Ich kann schneller rennen!», «Kind X rechnet besser, als Kind Y.» usw.

Sind dies menschliche Eigenschaften oder antrainierte Gepflogenheiten unserer Gesellschaft, die wir als Spezies lieber rasch möglichst wieder los werden sollten?

Was wäre, wenn die Menschen anstelle von gegeneinander, miteinander arbeiten würden? Wenn sich die besten Forscher*Innen zusammen täten, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Wenn die talentiertesten Fussballer*Innen miteinander anstatt gegeneinander spielen würden?

Ich wünsche mir von Herzen, dass die Menschheit sich in diese Richtung entwickeln wird. Denn "miteinander" hilft auch emphatisches Denken und Handeln zu fördern, während "gegeneinander" genau jene Effekte zur Folge hat, unter welchen wir heute nicht nur als Menschen sondern auch unsere Erde und ihre sonstigen Bewohner*Innen so arg zu leiden haben.

#mitwelt